Fall des Monats 10 / 2017 – Schlafstörungen bei Kleinkind

Eine Mutter kommt mit ihrer kleinen Tochter.

Die Mutter berichtet: Der Schlaf von Lisa ist total unruhig. Sie wird alle paar Stunden wach. Die Mutter muß dann 4-5 x aufstehen, holt sie zu den Eltern ins Bett. Um 7:00 ist sie heute erwacht und war gerädert, konnte nicht mehr einschlafen. Sie ist total müde und erschöpft. Dann erträgt sie auch keine Nähe, stemmt sich weg, nach hinten, schreit, man kann ihr nichts recht machen. Bisher? Ein sorgenfreies Kind.

Ich frage, was denn dem vorausging?

Am Osterwochenende hat sie sich an der Herdplatte die rechte Hand verbrannt, war dann sehr unruhig und hat lange geweint, bzw. 2-3 St. geschrien. Die Mutter tat erst Eiswürfel drauf und Johanniskrautölkompressen. Dann gab sie ihr selbst ein homöopathisches Mittel.

Meine Beobachtung: Bei mir in der Praxis ist sie friedlich, eher schüchtern.

Anschließend hatte sie einen Grippeanfall. Wenn sie was hat, dann ist es so schlimm: Zorn und Unruhe, haut um sich, nichts ist dann recht, schmeißt den Schnulli rum. Nach dem Mittagschlaf ist sie sofort grantig, auch morgens.

Mehr war nicht zu erfahren.

Um ein passendes Mittel für Lisa zu finden, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an.

– Ist es eine Folge dieser Verbrennung? Dann würde sich eines unserer Verbrennungsmittel wie Belladonna oder Cantharis anbieten.

– Oder zahnt sie vielleicht gerade? Dann würde ihre heftige Stimmung auf die Arznei Chamomilla hindeuten.

– Ich sehe noch eine Möglichkeit: War es etwa der Schreck, den sie erlebte, als sie auf die heiße Herdplatte griff? Dann würde sich eines unser besten Schockmittel anbieten – Aconit, der Sturmhut. Dazu würde auch wunderbar ihre Ruhelosigkeit und Heftigkeit passen.

Lisa bekam also 3 Globuli Aconit C200

 

Telefonat 3 Tage später:

Lisa hat nach der Gabe 16 St. geschlafen !! (immer ein Zeichen für eine gute Mittelwirkung, wenn die Kinder gleich nach Mittelgabe einschlafen).

Seitdem sind die Nächte wieder gut und die Ruhelosigkeit ist weg.

Nur das Lebhafte ist noch da sagt die Mutter „Das scheint zu ihrem Charakter zu gehören!“

 

Dazu passend § 2 aus Hahnemann: „Organon der Heilkunst“

Das höchste Ideal der Heilung ist die schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit.

Bitte beachten Sie:
Die Mittelempfehlungen beruhen auf Erkenntnissen der Homöopathie selbst und sind wissenschaftlich nicht erwiesen. Die Fallbeschreibungen ersetzen nicht eine Diagnose und sollen auch nicht zur Selbstmedikation anregen.